Freitag, 14. März 2008

Projekte, die ich leider wohl nie verwirklichen kann, pt. I

Ein Film über möglichst große und gefährliche zeitreisende Dinosaurier. (reißerischer Titel wie "Die Zeitreisegiganten", "Urzeitgiganten auf der Reise durch die Geschichte" oder ewats subitleres) Postmoderner Katastrophenfilm in seiner letzten Konsequenz.
Am Anfang finden die Dinosaurier eine Tür, die mitten in ihrer Einöde steht. Eine rote Ziege kommt dahergelaufen. Etwa 25 kleinere, gefährliche, 10 große, gefährliche und 5 richtig große, aber ungefährliche Dinos folgen der Ziege aus purem Bluthunger, sie geht durch die Tür, die Dinos gehen mit. Hinter der Tür finden sich Ziege und Urzeitechsen in einer anderen Umgebung wieder, die Ziege läuft sehr schnell (aber ruhig) auf das antike Rom zu. Dinos hetzen hinterher, verlieren die Ziege, zerstören die Stadt. Als alles in Schutt und Asche liegt, sehen sie die Ziege durch eine Tür ins Nichts laufen. Dinos hinterher. Neues Setting: Florenz/Prag (muss recherchiert werden, was schöner war) im späten Mittelalter. Dinos suchen Ziege, alles kaputt, finden Ziege, durch Tür hinterher. Selbes Szenario in: Paris am Vorabend der französischen Revolution, eine wichtige und große Schlacht im zweiten Weltkrieg (recherchieren nach größtem Schauwert), eine große Hippiekommune Mitte der 60er Jahre, New York in der heutigen Zeit (je nachdem, wann der Film produziert wird), eine große Stadt um 2300. Nachdem die Dinosauerier im Jahre 2300 alles kaputt gemacht haben, folgen sie der Ziege durch die Tür ins Jahr 2800. Nun gibt es zwei Möglichkeiten: a) Sie werden von einer Armee von Menschen und Robotern erwartet. Eine große Schlacht (sehr moderne Laserkanonen und Bomben werden eingesetzt) bricht aus, viel wird zerstört, die Menschheit siegt und reist evtl. in der Zeit rückwärts und löscht die Dinos mittels Virus aus. b) Die Dinos kommen an und sehen gerade noch, wie zahllose Raumfähren von der Erde starten. Die Menschen verlassen die Erde aus Angst vor den Dinos, um woanders weiterzuleben und die Dinosauerier haben die Erde wieder für sich allein. Die Ziege rettet sich irgendwie. (Variante a hat den höheren Schauwert, Variante b beihnaltet so etwas wie eine Aussage und könnte Sinn machen. Intention des Films muss noch genauer geklärt werden)
ENDE

WICHTIG:
- weder Mensch noch Dinosauerier dürfen Idenfikationsfiguren sein, auch Menschen können animiert werden, Gesichter sollten nie erkennbar sein
- das gilt nicht für die Ziege
- die Dinosaurier sollen sehr echt aussehen, aber keine ausgefeilte Mimik haben, die Gefühle erwecken könnte, sie sollen einfach nur wie Echsen gucken
- im Hintergrund sollte entweder fröhlicher Jazz oder gar nichts laufen
- kein Erzähler leitet durch den Film, es wird nicht gesprochen
- der Film sollte mindestens 120min dauern
- der Versuch, Sinn, subtile Handlungsstränge oder Interpretationsansätze zu liefern, muss vom ersten Produktionsschritt an wegfallen (daher sind die Ziege Schlussvariante b und vor allem die Auslöschung der Dinosaurier der Menschen in der Urzeit in Variante a! mit großer Vorsicht zu genießen)
- es muss alles sehr echt aussehen


...Produkt eines Kopfes, auf den sehr
viel Roland Emmerich gerieselt ist...

Mittwoch, 30. Januar 2008

Wie ist eigentlich Liebe?

"Liebe ist wie ein Verkehrsunfall. Man wird angefahren und fällt um. Entweder man überlebt, oder man überlebt nicht."

Ich musste sehr lachen.

Sonntag, 27. Januar 2008

My Wasted Night


Ich möchte nur vorwarnen. Und Dampf ablassen. Für einen verschwendeten Kinogutschein und viel Stress, um bloß nicht den Anfang zu verpassen.
Den Anfang von My Blueberry Nights habe ich dann doch verpasst. Warum eigentlich dieser Film? Niemals nach dem Filmplakat richten!
Ganz doll doof. Wahnsinnig langweilig.
Norah Jones (heißt im Film anders) kommt voller Liebeskummer in eine kleine New Yorker Bäckerei, betrieben von Jude Law (heißt da auch anders). Von da an kommt sie jeden Abend wieder, verzehrt den letzten Blaubärkuchen, der noch da ist und beide werfen sich melancholisch Lebensweisheiten an den Kopf. Schrecklich.
Aber Norah Jones möchte ein großes Mädchen sein und mit ihrem Liebeskummer abschließen. So geht sie also quer durch die USA jobben und, ach!, wie es das Schicksal so will, kommt sie am Ende wieder in der kleinen New Yorker Bäckerei an. Zum Kotzen.
Null Charakterentwicklung, schmalzige Musik ohne Ende und ganz große Punkte in Sachen Vorausschaubarkeit.
Und wer meint, ich hätte was nicht verstanden oder er sei handwerklich gut gemacht, den kann ich wohl nicht davon abhalten, einen großen Fehler zu machen.

Ich habe mir vor einer Weile mal Sideways angeguckt. Die Kritiken waren ähnlich gut, und zwar einstimmig, wie für diesen Film hier. Lange war ich nicht mehr so wütend wie damals. Ich wünschte, jemand hätte mich gewarnt.

Freitag, 18. Januar 2008

Sonntag, 13. Januar 2008

Es gibt sie noch...

Jetzt habe ich sie gefunden, die Antwort auf die Frage, die ich mir nie stellen wollte.

Die 90er Jahre haben sich nur verkrochen. Und zwar ins Europa Center und die ganze verdammte "City West". Ein Schock. Ich bleibe stehen und starre die Läden an, die sich in engen, niedrigen Gängen gegenseitig auf die Nerven gehen.

Selten trostlos kommt ein Laden daher, der mit "cultimo Europa Center" übertitelt ist. Wer ihn betritt, tut das wahrscheinlich, weil davor The Dalmatinian Chase - Die ultimative Dalmatiner Achterbahn steht. Für nur fünf Euro kann der geneigte Kunde drei Plastikhunde erwerben, die unerbittlich auf einer Achterbahn rauf und runter fahren.
Im Laden selbst werden wir erschlagen von einer Flut aus Pokerkästen, T-Shirts mit LCD Beleuchtung, hässlichen Vibratoren, furzenden Figuren (Caution! You may die laughing!), Schleimtüten, diesen Bürokugeldingern, die aneinandergeschlagen werden, Scherzzigaretten, elektrische Autobahnen mit Autos, diese Wiesel, die einen Ball jagen, der sich immerzu dreht. Mittendrin steht ein Fernseher, in dem eine Videokassettenaufnahme läuft, in der ein Typ auf nen Skateboard durch die Straßen fährt, immer weiter und weiter, mehr passiert nicht. Ich vermisse das rauchende Äffchen und Kaugummis, mit denen man riesige Blasen machen kann, bin mir aber sicher, dass ich nur nicht richtig geguckt habe. Es stinkt. Im Hintergrund läuft Madonna.
Nach 20 Minuten verlassen ich und meine Schwindelgefühle den Laden. Eine Hetzjagd durch die flachen Passagen, es wird immer dunkler, fast haben uns die Neunziger eingeholt, als wir nach draußen stürzen. Und jetzt weg von hier, ganz weit weg vom Bahnhof Zoo.

Ich will die 90er Jahre nicht finden und habe sie auch nie gesucht.

Sonntag, 6. Januar 2008


Sicher ist es für sie das Beste, nach dem ganzen HickHack, aber es ist schon komisch, die anderen Murksels nur noch zu dritt zu sehen.

Auf bald, kranke kleine Maus!

Donnerstag, 27. Dezember 2007

Lieber Schimpfen.

Sitzen ein Vater vom Dorf, sein Sohn und dessen Freundin aus Berlin in einer Kellerbar an der Ungarisch-Slowakischen Grenze. Lichter, laute Musik, sie essen Chilli con Carne, trinken einen Cocktail, er Kaffee. Es ist der erste Weihnachtsfeiertag gegen Mitternacht. Aber wie?

Schnee, überall Schnee. Straßen, Wege, Gebirge, Nebel, alles voll.
Vielleicht sollten wir früher losfahren. Nur, um sicher zu gehen. Losfahren, ankommen, zwei Stunden zu früh. Und jetzt geht es los...

Doch es ist besser, von vorn anzufangen. Am 22.12. um 4:45, angekomen hier, in Györ, aus Berlin, sagt uns der Busfahrer: "Der Bus, den Sie gebucht haben, fährt nicht. Ist doch Weihnachten." "Huch", entgegnen wir dem Busfahrer, "wir müssen aber schon zurück." Jaja, am 29. fährt dann wieder ein Bus, am 26. ist jedenfalls nichts mit Györ/Berlin. Toll.

In Osztopán, dem Ort des Glücks, wird oft versucht, jemanden zu erreichen.

Eine kurze Unterbrechung zur Information: Die Strecke Berlin/Györ (Hamburg/Budapest) wird von 2 Busfirmen befahren. Eine von Ihnen ist Berlin Linien Bus. Oder? Nein! Berlin Linien Bus lässt fahren - nämlich mehr als fünf verschiedene Unternehmen: Deutsche Touring, Volanbusz, Bus 36, BayernExpress, Eurolines. Das sind die, die ich nach einer Fahrt die Ehre hatte kennenzulernen.

Wieder zurück zu Osztopán. Suche nach Auskunft bei den genannten Firmen. "Wat? Dit is doch Ungarn! Sie sin hier bei Berlin Linien Bus, da fahren wa nich hin." "Doch, mein Herr, da fahren Sie hin." "Kann nich sein. Wartense ma, ick guck hier in Katalog. Ach ja, doch, fahren wa hin. Und wat wollnse jetz?" Kontakt mit netten Menschen also. Nette Menschen, von denen einige sagen, der Bus würde fahren, am 26.12. um 00:45 und wäre sogar ausgebucht. Nice! Der Busfahrer scheint Mist erzählt zu haben. Sehr wahrscheinlich: Mehrere Anbieter befahren für Berlin Linien Bus die Strecke und wissen nichts. Keiner hat nen Plan - sehr plausibel bei den Peilern am anderen Ende des Telefons.

Also, erster Abschied am 25.12. um 19.00 in Osztopán, lange Autofahrt, um 22.45 sind wir dann in Györ. Da wären wir. Kommt der Bus? Keine Ahnung. In zwei Stunden wissen wir's.
Wir setzen uns in eine Bar. Keller. So kam das.

Um 0:20 verlassen wir die Bar. "Ich denke, der Bus wird kommen." gebe ich von mir "Aber erst nach einer Stunde Wartezeit. Gerade dann, wenn wir uns entscheiden, nach Bratislava oder Wien weiterzufahren." Wird nicht ernstgenommen. Sollte es aber. Mein Gespür täuscht mich nur selten...

0:35, Busbahnhof Györ. Station 3. Jetzt kommt das Highlight.
Achso, um die -7°C übrigens. Naja, der lange Einstieg täuscht, Bus kommt nicht. Freundlicherweise warten wir noch die Stunde ab, um meine Vorhersage zu prüfen. Ich bin glücklich, dass mich mein Gespür trügt, dann habe ich vielleicht nicht mehr so oft das Gefühl, von prophetischen Vorahnungen geplagt zu werden. Bin der Einzige, der sich da drüber freut.

Also, Ende vom Lied: Fahrt nach Wien (dank ganz tollem Vater), Fahrt nach München (dank ganz tollem ICE), McDonalds in München (dank ganz tollem Monopolkapitalimus), Fahrt nach Berlin (auch ICE, aber voll).
23 Std. unterwegs, kalt. Viel Geld losgeworden.

Aber irgendwo hat ja auch alles sein Gutes. Geld gibt's wieder ("Passiert ja nicht zum ersten Mal, ne?", so die Mimik der Berlin Linien Bus Mitarbeiterin bei der Rückerstattung), Wien gesehen, München gesehen.

Und den guten Weihnachtsurlaub will ich mal nicht vergessen. Traumhaft. Aufwachen am 24., Blick aus der riesigen Fensterfront bis in weite Ferne, alles weiß, Neuschnee fällt. Lange Spaziergänge. Stille. Unendlichkeit. Mehr will ich ja gar nicht.

Aber genau hier fängt es an, weh zu tun. An die Rückfahrt errinnere ich mich gern zurück, aber ein Blick aus dem Fenster zeigt mir, dass ich besser gar nicht an die Urlaubstage denke. Zu viel Neid.
Wer das mit mir teilen möchte: Bitteschön.

Weihnachten in Osztopán